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30.07.09 13:04 Alter: 1Jahre

Costco: Grosshandel für jedermann

 

Die tägliche Schatzsuche

Warum gibt es keine Abteilungsbeschilderung, wollten wir von Tom Daly wissen. Der Kunde liebt es, bei uns auf Schatzsuche zu gehen, so seine Antwort. Mit anderen Worten, jedesmal wenn der Kunde (hoffentlich) zurückkommt, findet er eine neue Anordnung der Ware, jedenfalls bei den Sonderangeboten. Tom Daly leitet einen 13.000 qm großen Costco Wholesale Club in der Gemeinde Norwalk rund 50 Meilen nördlich von New York. Und die Kunden scheinen auch regelmäßig zurück zu kommen, denn 25.000 Kunden lassen dort pro Woche 2,5 Mio. Dollar in den 16 Kassen. Das ergibt laut Tom einen Jahresumsatz von rund 150 Mio. Dollar. Das Sortiment verteilt sich zu je 50 Prozent auf Lebensmittel und Nonfood, wobei die 4.000 SKU‘s zu 70 Prozent auf Artikel des täglichen Bedarfs entfallen. Dazu gehört allerdings der 40.000 Dollar kostende Diamant-Schmuck, in der Panzerglas-Vitrine nicht unbedingt. Die 30 Millionen Brathähnchen, die Costco verkauft, aber schon eher. Costco sei auch der größte Weinverkäufer der USA wird uns erklärt. 120.000 Karteninhaber bilden den Kundenstamm dieses Marktes. Sie zahlen entweder in bar oder per American Express Kreditkarte. Andere Karten werden nicht akzeptiert, weshalb Costco auch nicht über zu hohe Gebühren klagt. Die habe man im Vorfeld selbstverständlich weg-verhandelt. Wer bar bezahlen möchte und nicht genügend dabei hat, zieht sich an einem der Geldautomaten das, was er benötigt. Die 50 Dollar Mitgliedsbeitrag, die man jährlich kassiere, stellten 2,25 Prozent der Jahreseinnahmen dieses Marktes dar, sagt Tom. Nach unserer Berechnung wären es eher 4 Prozent, aber es gibt zahlreiche Aktionen und Marketingaktivitäten, durch die der Beitrag gesenkt werden kann.

Bei unserem Rundgang gibt es kaum ein Angebot, bei dem Tom uns nicht erklärt, dass es selbstverständlich keinen Mitbewerber gebe, der bei diesem Preis mithalten könne - egal ob es sich um Shrimps, Rosen oder Digitalkameras handelt. Die Eigenmarken tragen die Bezeichnung „Kirkland“. Das gibt vor allem den Frischwaren ein Gesicht und einen unverwechselbaren Namen. Einen eher mitleidigen Blick ernten wir auf die Frage, ob es denn auch Bio-Produkte gebe. Ja, die gebe es irgendwo in den einzelnen Sortimenten, aber die Kunden würden kaum danach fragen, so die ehrliche Antwort. Dafür sehen wir an der Feinkostabteilung, dass das Qualitäts-Siegel des US Landwirtschaftsministeriums (USAD) verwendet werden darf.


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